Robert Schumann (1810-1856):

Das Paradies und die Peri

englisch Paradise and the Peri / französisch Paradis et la Péri

Allgemeine Angaben zum Oratorium

Entstehungszeit: 1843
Uraufführung: 1843 in Leipzig
Besetzung: Soli, (SSSMzATTB), Chor (SATB) und Orchester
Spieldauer: ca. 105 Minuten
Erstdruck: Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1844 (Klavierauszug) und 1845 (Partitur)
Bemerkung: Auf dem Titel steht: "Fertiggemacht zu Himmelfahrth, den 25. Mai 1843", für Schumann ist es sein "größtes Werk" und er empfindet seine Peri "als in der Musik noch nichts ähnliches dagewesenes".

Die orientalische Märchenpoesie hatte es Robert Schumann angetan, nachdem Richard Wagner sich des deutschen und nordischen Sagenschatzes bemächtigt hatte. Die Rahmenhandlung erzählt von der indischen Prinzessin Lalla Rookh, die ihrem zukünftigen Gatten zugeführt werden soll. Der Reisebegleiter Feramors kann so schön singen und erzählen, dass Tulpenwange sich während der Reise in ihn verliebt. Eine Geschichte, die er erzählt ist die vom Paradies und der Peri. Am Ende ist der Reisebegleiter der Bräutigam.
Opus: op. 50
HK Op. 50

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[Details]
Das Paradies und die Peri op.50 (DGG, DDD, 97)
Robert Schumann (1810-1856)

E. Bezold in Stereo 3 / 00: "Was Robert Schumann mit lyrischer Innigkeit, mit melodischer Süße und strömen- dem Melos durchtränkt hat, formt John Eliot Gardiner mit den glänzend aufgelegten Orchestre Revolutionnaire et Romantique zur bezwingenden musikalischen Einheit. Dabei vermitteln die Ensemble- und Solistenpartien suggestive Bildkraft, der Musikdramatiker Schumann wird höchst entschlackt interpretiert, mit viel Gespür für die reizvollen poetischen Sphären."

Zum Oratorium

Art: Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester
Libretto: aus Thomas Moores "Lalla Rookh"
Sprache: deutsch (Übersetzung von Emil Flechsig u.a.)

Handlung

Eine Peri ist ein gefallener Engel, der wegen nicht genannter Vergehen aus dem Himmel ausgestoßen wurde. Sein einziges Bestreben liegt nun darin, in seine alte Position zurückzukehren. Eine Chance hat er: Er muss ein Geschenk machen, welches so kostbar ist, dass es der Führungsspitze im Himmel gefällt. Diese hat einen äußerst merkwürdigen Geschmack.

Robert Schumanns Peri begibt sich nun auf die Reise, ein passendes Geschenk zu suchen und gelangt nach Indien, wo Krieg herrscht. Ein Jüngling leistet bis zuletzt Widerstand. Die Peri beobachtet die Situation und wartet auf den letzten Blutstropfen, der dem Sterbenden entquillt. Diesen versorgt sie in ein Gefäß, um es dem Hüter des Paradieses zu präsentieren. Fehlanzeige – das Geschenk gefällt nicht. Die Gabe muss viel heiliger sein.

Erneut macht sich der gefallene Engel auf die Reise und landet in Ägypten, wo die Pest herrscht. Einen Jüngling hat es erwischt und flüchtet in die Einsamkeit, um dort zu sterben. Seine Geliebte kann nicht von ihm lassen, findet ihn und infiziert sich. Der Engel sammelt ihre letzten Seufzer ein und erscheint mit dieser Gabe erneut an der Himmelstür und wird wieder abgewiesen.

Die Suche geht weiter. Nun gelangt die Peri nach Syrien und sieht dort einen Verbrecher, der beim Anblick eines spielenden Kindes Tränen der Reue vergießt. Die Peri beeilt sich, die Feuchtigkeit zu konservieren und eilt nun mit dem dritten Geschenk zur Himmelstür. Das Geschenk findet Anklang. Jetzt darf sie herein.

Teile:

1. Teil: Vor Edens Tor im Morgensprangen
2. Teil: Die Peri tritt mit schüchterner Gebärde
3. Teil: Schmücket die Stufen zu Allahs Thron

Letzte Änderung am 16.11.2009
Beitrag von Engelbert Hellen