Camille Saint-Saëns (1835-1921):

Oratorio de Noël

deutsch Weihnachtsoratorium / englisch Christmas Oratorio

Allgemeine Angaben zum Oratorium

Widmung: Madame la Vicomtesse de Grandval
Entstehungszeit: 1858
Uraufführung: 24./25. Dezember 1858 in der Église de la Madeleine
Besetzung: Soli (SMzATB), Chor, Streichorchester (2/2/1/1/1), Harfe und Orgel
Spieldauer: ca. 35 Minuten
Verlag: Stuttgart: Carus-Verlag, 1982
Opus: op. 12

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[Details]
Oratorio de Noel op.12 (Carus, DDD, 2006)
Camille Saint-Saens (1835-1921)

Fono Forum 12 / 2006: "In der Anlage eher kammermusikalisch-intim, in der Harmonik und Melodik ungemein zart, schlägt das Werk in seiner Kompilation von Zitaten aus dem Alten und Neuen Testament einen weiten, eher assoziativen Bogen. Zum andern zeigt Holger Speck, wie weit inzwischen auch in der Musik des 19. Jahrhunderts die Rückbesinnung der Interpreten auf eine differenzierte Phrasierung und Artikulation fortgeschritten ist."

Teile:

1. Teil: Prélude (Dans le style de Séb. Bach). Allegretto
2. Teil: Récit (Sopran, Alt, Tenor, Bariton) et Choeur
3. Teil: Air (Mezzosopran)
4. Teil: Air (Tenor) et Choeur
5. Teil: Duo (Sopran, Bariton)
6. Teil: Choeur
7. Teil: Trio (Sopran, Tenor, Bariton)
8. Teil: Quatuor (Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bariton)
9. Teil: Choeur

Beschreibung

Schon in jungen Jahren hatte Camille Saint-Saëns an der Église de la Madeleine das Amt des Organisten inne. Er ließ es sich nicht nehmen, mit einer eigenen Komposition noch im gleichen Jahr seine Amtszeit einzuweihen. Das Oratorio de Noël wurde in der Weihnachtsnacht 1858 uraufgeführt und man sagt, dass er es in elf Tagen komponiert habe. Gewidmet hat er es seiner Schülerin Madame la Vicomtesse de Grandval.

Sakrale Texte, den Verheißungen des Alten Testamentes entnommen, die sich aber auf das Weihnachtsgeschehen beziehen, werden sorglos aneinander gereiht, ohne sich um kirchliche Liturgie oder einen Handlungsfaden zu kümmern. Die Tochter Sions soll sich erheben und zum Gotteslob aufrufen. Der Chor fragt, warum die Heiden toben, und es ergeht die Aufforderung, Opfer zu bringen.

Die vokalen Partien sind voller Frische und haben melodischen und rhythmischen Schwung. Der Chor hat wesentlichen Anteil am Gesamtkonzept, und die fundamentalen Stimmfächer wurden reichlich bedacht. Neben Hector Berlioz, Charles Gounod und César Franck gebührt ein wichtiger Platz in der nicht sehr reichhaltigen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts in Frankreich dem Komponisten an der Eglise de la Madeleine..

Das Weihnachtsoratorium erfreut sich in Frankreich großer Beliebtheit.


Letzte Änderung am 15.1.2012
Beitrag von Markus Hillenbrand, Heinz Wunsch und Engelbert Hellen